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Wir brauchen die Geschichte des Veganismus nicht immer neu schreiben.

Aber gerade für neue Veganer:Innen kann das Feld sehr verwirrend sein. Was ist vegan, was ist pflanzenbasiert – und was ist mit Honig?

Hier ein kleiner Überblick über die “Geschichte” des Veganismus

Veganismus

Veganismus ist ein Sammelbegriff, der in den 1940er Jahren geprägt wurde. Doch natürlich gab es bereits vor diesem Begriff Menschen und Gruppen, die keine Tierprodukte konsumierten - hunderte Jahre vorher!

Ahimsa

Unter dem Begriff "Ahimsa" zum Beispiel wird im Hinduismus, Jainismus und Buddhismus "Gewaltlosigkeit" verstanden, die sich auf die Gewalt gegenüber anderen Lebensformen bezieht - gegenüber allen Lebewesen

Vegane Welt

Vegane und vegetarische Wurzeln in Indien und dem afrikanischen Kontinent - in heutigen Statistiken liegt Indien mit 9% Veganer:Innen in der Gesamtbevölkerung vorne. Das sind über 120 Millionen Menschen! Im Vergleich: In Deutschland sind etwa 2% der Bevölkerung vegan - über 1.5 Millionen Menschen. [1]

The Vegan Society

Die Vegan Society ging aus der Vegetarian Society hervor - gegründet von Donald Watson, Elsie Shrigley sowie Fay und George Henderson. 1944 wurde das Wort "vegan" definiert als ein Begriff, der mit dem "VEGetarian" lifestyle beginnt und ihn zu seinem logischen Schluss bringt ("vegetariAN"). 

Die Society erstellte auch eine Definition des Veganismus, die in vielen Auffassungen über ein veganes Leben den Grundsatz bildet.

 

Mehr Infos über die Vegan Society, ihre Geschichte und weiterführende Links findet ihr hier

Alles viel zu teuer?

Es ist eine weit verbreitete Ansicht heutzutage, besonders in der westlichen Welt, dass Veganismus etwas von und für Weiße Hipster und Instagram-Influencer:Innen ist, die sich einen "teuren" Lebensstil leisten können.

Zunächst einmal ist es nicht zwingend teurer, sich pflanzlich zu ernähren - eine Ernährungsumstellung kommt einher mit einer Phase des Ausprobierens, in der man viele Produkte testen will. Sobald man aber eine gewisse Routine hat, unterscheiden sich die Ausgabe zwischen den Ernährungsweisen kaum. Natürlich ist dies auch abhängig von verschiedenen Werbestrategien in verschiedenen Ländern - in denen etwa Fastfood oder Billigfleisch günstiger zu erhalten ist als Gemüse oder Obst. 

Für Tips für eine vegane Ernährung gibt es hier einige Infos

Black Veganism

Gerade in den USA, wo 8% der Schwarzen US-Amerikaner vegan oder vegetarisch leben (im Gegensatz zu 3% der gesamten US-Bevölkerung), etabliert sich eine Bewegung, die Vegan-Aktivismus mit der Arbeit gegen Rassismus, Speziesmus und den Folgen der Sklaverei denkt.  Lest gerne selbst mehr über die Bewegung ([1], [2], [3] uvm)

Ethischer Veganismus

Es gibt viele gute Gründe, eine vegane Lebensweise zu verfolgen - gesundheitliche Gründe, Geschmack, Tradition, Klimaschutz. Im ethischen Veganismus (das, was den Unterschied zwischen "plant-based", also pflanzlich, und "vegan" ausmacht) steht das Verhältnis zwischen Mensch und Tier im Vordergrund. Genauer gesagt geht es darum, den Menschen aus dem Zentrum zu nehmen und die Mitwelt ganzheitlich zu denken - in Beziehungen zueinander. Es geht darum, tradierte Konzepte von Dominanz und Kontrolle zu hinterfragen. Ethische Veganer:Innen lehnen jeglichen Konsum tierischer Produkte ab (ob im Essen oder der Kleidung) und engangieren sich sehr oft im aktivistischen Bereich, um das Beziehungsgeflecht menschlicher Gesellschaften zu ihren schwächsten Gliedern, den Tieren, neu zu denken. Mehr dazu im Bereich Aktiv Werden

Und was ist nun mit Honig?

Rein theoretisch lässt sich diese Frage schnell beantworten: wer sich pflanzlich ernährt, lässt Honig stehen – es ist ein Lebensmittel, das von Bienen für Bienen hergestellt wird, also ein Tierprodukt. Aus veganer Perspektive hieße Honig essen sich selbst über die Bedürfnisse der Biene zu stellen, aus keinem anderen Grund als dem eigenen Geschmack – ein vernachlässigbarer Grund. 

Nun gibt es aber beispielsweise viele Hobbyimker, die nicht viel mit den erschreckenden Praktiken der Honigindustrie zu tun haben (wie etwa dem Verkrüppeln der Bienenkönigin und deren “künstlicher Befruchtung” mit dem Samen getöteter Drohnen). Durch jahrhundertelange Tradition haben sich gerade Honigbienen an das Dazwischenfunken der Menschen gewöhnt und zählen in manchen Fällen darauf. Durch das künstliche Aufrechterhalten von Bienenvölkern durch Imkerstöcke wird auch für eine flächendeckende Bestäubung von Blumen gesorgt – ganz so schwarz-weiß lässt sich im echten Leben leider nicht sehr viel sehen.

Von einer veganen Perspektive wäre es dem Imker keinesfalls erlaubt, Honig zu behalten – solange ein Imker sich allein um das Wohl des Bienenvolkes kümmert und keinen eigenen Nutzen davon zieht, befindet man sich wohl in einem Graubereich – darüber muss aber diskutiert werden.

Wenn ich selbst aber glückliche Hühner halte, darf ich deren Eier essen, oder?

Immer davon ausgehend, dass eine vegane Lebensweise das Ziel ist: absolut nicht.

Es gibt in der westlichen Welt beinahe keine Hühner mehr, die nicht durch menschliche Einmischung so gezüchtet wurden, dass sie entweder monströs schnell wachsen oder gefährlich viele Eier legen. 300 Eier pro Jahr sind es für die Legehennen – “normal” wären etwa 30. Zweifelsfrei haben Hühner es in eurem Garten schöner als in einer Batterie – das ist aber ein sehr fauler Standard. Hühner verlieren ihre Knochendichte dadurch, dass sie so viele Eier legen – das beste wäre es, ihnen die Eier zurückzufüttern.

Aber was, wenn die Hühner nicht alle Eier essen? Wegschmeißen – als Dünger verwenden. Für vegan lebende Menschen gilt nach wie vor die Prämisse sich von Jahrhunderte lang tradiertem Denken zu befreien – Tiere sind nicht FÜR den Menschen da. Weder als Nahrung noch als Entertainment.

Wenn das einmal verstanden wird, stellt sich die Frage nach “glücklichen Eiern” nicht mehr.